Sonntag, 2. April 2017

Davidia involucrata

Nach längerer Wartezeit erwacht der Taschentuchbaum zum Leben! Siebzehn Steinfrüchte hatte ich am 16. Januar 2016 in Erde gelegt. Nachdem diese Schale nun umgekippt war, fand ich am 31. März d. J. darin vierzehn keimende Früchte wieder - wobei in jeder Frucht mehrere Samen keimten. Wie so oft ist bei diesem Baum mit seinen spektakulären namensgebenden Blüten Geduld gefragt! Fast noch schöner als die Blüten finde ich die Früchte, die an leuchtend roten Stielen wie kleine Weihnachtskugeln herabhängen. Habe alle Keimlinge vorsichig wieder eingebettet, in der Hoffnung, daß sie es auch irgendwann bis zu diesem Stadium schaffen. Die Systematik finde ich etwas unübersichtlich, früher gab es die Familie der Nyssaceae (Tupelogewächse), aktuell werden die Tupelogewächse aber als Unterfamilie Nyssoideae der Hartriegelgewächse (Cornaceae) angesehen.




Sonntag, 3. Juli 2016

Calluna vulgaris



Die unzähligen Zuchtsorten des Heidekrauts interessieren mich alle nicht, ich mag am liebsten die ganz "gewöhnliche" Besenheide. Doch wie vermehrt man sie über Samen? Ende Dezember 2015 streifte ich etliche Blüten ab und schüttelte die fast schon mikroskopisch kleinen Samen aus. Zum Thema Substrat hatte ich gelesen, daß Calluna vulgaris nur auf Torf keimen würde (Quelle). Doch wie kann das sein? Viele bekannte Heideflächen befinden sich doch auf sandigen Böden, Torf sucht man dort vergeblich. Um der Frage nach einem geeigneten Anzuchtsubstrat nachzugehen, verwendete ich sowohl Torf als auch reinen Sand. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, wurden die Samen nur aufgestreut. Bewässert habe ich im Anstauverfahren, und zwar ausschließlich mit Regenwasser, da Heide kalkmeidend ist.

Anfang April 2016 war es endlich soweit, ein grünlicher Schimmer wurde in den Anzuchtschalen sichtbar - und zwar zuerst in denen mit Sand! Damit wäre also die Behauptung widerlegt, daß Calluna nur auf Torf keimt, sie keimt auf Sand ebenso gut, sonst hätte sie z. B. in der Lüneburger Heide wohl auch ganz schlechte Karten. Allerdings bietet die Aussaat auf Torf dennoch einen entscheidenden Vorteil, denn wie ich mittlerweile feststellen konnte, begünstigt Torf das Wachstum eindeutig. Die Kombination aus Sand als Substat und vollsonnigem Standort ist dagegen ungünstig, wie man auf dieser Aufnahme vom 30.6.16 sehen kann. In den beiden linken Schalen wächst die Heide auf Torf, in der dritten Schale auf Sand, und diese Schale stand genau wie die beiden mit Torf in praller Sonne. Die Schale ganz rechts enthält ebenfalls Sand, war aber schattiger aufgestellt. Trotzdem wächst die Heide auch hier schlechter als auf Torf.






Koelreuteria paniculata - Update

Am 23.12.14 hatte ich zuletzt über Koelreuteria paniculata berichtet, wobei die Frage offen war, ob skarifizierte Samen eine höhere Keimrate aufweisen als nicht skarifizierte. Dies kann ich ganz klar verneinen. Von sechs skarifizierten Samen keimte kein einziger, von den unverletzten Samen keimten bis zum Mai 2015 dagegen fünf von sechs (83 %). Zwei Pflanzen stehen im Garten und haben auch den Winter überstanden. Sie wuchern zwar nicht gerade, aber immerhin, sie leben.



Sonntag, 22. November 2015

Ricciocarpos natans

Das Wasser-Sternlebermoos Ricciocarpos natans ist zwar weltweit verbreitet, in Mitteleuropa jedoch relativ selten geworden. Es steht in Deutschland auf der Roten Liste und ist gefährdet, in manchen Bundesländern sogar stark ge- fährdet. Nur in Mecklenburg-Vorpommern soll es noch häufiger zu finden sein.
Interessant an diesem Lebermoos ist, daß es wie Wasserlinsen auf dem Was- ser schwimmt, bei Austrocknung eines Gewässers jedoch eine Landform aus- bilden kann, die auf feuchtem Schlamm weiterwächst und so Trockenzeiten überdauern kann.

Ich habe Ende September einige wenige Exemplare einem aus einem stehen- den Gewässer abfließenden Graben entnommen und möchte diese Art nun züchten. Im Aquaristikhandel wird man wohl vergeblich nach dieser Pflanze su- chen, was sie aus meiner Sicht noch attraktiver macht.

Nach wenigen Wochen mußte ich meiner Kultur eine zusätzliche Beleuchtung verschaffen, denn viel Licht ist essentiell für das Wasser-Sternlebermoos, sonst kümmert es und geht ein.

Aktuell versuche ich, ein geeignetes Kulturmedium zu finden. Zunächst habe ich die Pflanzen auf zwei Gefäße aufgeteilt, von denen eines Regenwasser enthält und das andere eine Nährsalzlösung:

14.11.15 Linkes Gefäß mit Regenwasser, rechtes mit Nährsalzen.

Nach zehn Tagen sind bereits auffällige Veränderungen festzustellen. Wie zu Beginn des Versuchs am 12.11.15 sind die Bauchschuppen der Pflanzen im Regenwasser lang und durch Anthocyane intensiv dunkelrot gefärbt.

22.11.15 Nach zehn Tagen im Regenwasser haben
die Pflanzen lange, dunkelrote Bauchschuppen.

Die Pflanzen in der Nährsalzlösung dagegen haben ihre Bauchschuppen deut- lich zurückgebildet und die Färbung ist nahezu vollständig verschwunden!

Die Pflanzen in der nährsalzhaltigen Lösung
unterscheiden sich nach zehn Tagen deutlich.

Insgesamt sehen die Pflanzen schon etwas kräftiger aus, aber ich sehe noch weiteren Optimierungsbedarf. Leider fühlen sich auch Algen in dem nährstoff- reichen Wasser sichtlich wohl.

Direktvergleich nach zehn Tagen im Regenwasser (links)
und in Nährlösung (rechts).

Montag, 6. April 2015

Tricotyler Zierapfel!

Einer der Zierapfel-Keimlinge ist tricotyl, d. h. hat drei statt der üblichen zwei Keimblätter! Hoffentlich gelingt es mir, diese Pflanze großzuziehen, denn es wäre doch interessant zu sehen, ob dieses Merkmal in der Folgegeneration häufiger auftritt (aktuell: 1 von 45, entspricht ~ 2,2 %).


 

Samstag, 28. März 2015

Acer davidii

Dieser Baum wird auf deutsch "Davids Schlangenhaut-Ahorn" genannt, und seine Rinde ist eine echte Augenweide. (Benannt wurde er nach Armand David, der als Missionar China bereiste.)
Ein Exemplar dieser seltenen Schönheit steht auch in meiner nahen Umgebung, und diesem konnte ich im letzten Herbst nur ganze 13 Flügelfrüchte abnehmen. Daher freut es mich ganz besonders, daß nun schon neun davon keimen. (Zwei Keimlinge sieht man auf dem Foto noch nicht.) Aussaat am 31.10.14, Keimung ab 8.3.15.



Malus spec.

Dieser Zierapfel weist eine beeindruckende Keimquote auf. Ausgesät wurden 50 Samen, und es keimten wohl nahezu alle! Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich sie nicht so dicht gesät - das Pikieren wird kein Vergnügen!
Aussaat am 12.10.14, Keimung ab 29.1.15.